Kooperationen ablehnen? Warum denn das?

Ein Beispiel, aus dem „wahren Leben“

Hallo!

Ich wollte euch gerne von der auf Instagram erwähnten merkwürdigen Kooperationsanfrage berichten, die ich vor ein paar Tagen erhalten habe.

Es dauert etwas länger, macht es euch bequem und genießt einen Kaffee.😉

Alles fing ganz klassisch mit einer E-Mail an, der Absender war ein asiatischer Name und aus der E-Mailadresse ging nicht hervor um welche Firma es sich handelt.

Als Begrüßung wurde „Hey Beauty“ geschrieben. Alleine das mag ich nicht sonderlich, da es symbolisiert dass sich eine Firma nicht sonderlich mit dem Account oder einem selbst auseinander gesetzt hat. Aber wir wollen ja nicht päpstlicher sein als der Papst… 😀


Jedenfalls laß ich weiter und mir wurde ein Produkt angeboten, welches ich über einen Link bei Amazon betrachten kann. Neugierig geworden klickte ich auf die blaue Zeile… Und es passierte rein gaaaar nichts. Nun denn, kann ja mal passieren… 

Neugierig geworden welche Firma solche sehr lieblosen Kooperationsanfragen verschickt, schrieb ich zurück und bat darum mir einen funktionierenden Link und weitere Informationen zu senden.

Nur wenige Stunden später erhielt ich eine E-Mail mit neuem Link zu Amazon. Es handelte sich um eine elektrische Nagelfräse samt Aufsätzen usw….
Noch immer nicht sonderlich angetan, fragte ich nach wie sich die Firma, die mir auch nach Ansicht des Produktes überhaupt nicht bekannt vorkam, sich eine Kooperation vorstellen würde.

Zuerst kam innerhalb kürzester Zeit die Gegenfrage zurück, wie ich mir eine Kooperation vorstellen würde. Als ich nicht innerhalb von zwei Stunden antwortete, kam direkt eine weitere E-Mail in der mir mitgeteilt wurde man würde sich einen ausführlichen Blogpost sowie ein IGTV-Video von mir wünschen, welches ich innerhalb einer Woche nach Erhalt des Paketes posten sollte. Außerdem wurde direkt danach gefragt, ob ich auch einen Amazonkundenaccount hätte auf dem ich ebenfalls reviewen könnte.

War ich von Anfang an schon nicht angetan von dieser Anfrage, gingen spätestens in diesem Moment die letzten Alarmglocken an.

Was denken sich manche Firmen dabei, einem auf diese Art und Weise Ihr Produkt andrehen zu wollen? Noch etwas überrascht und irgendwie fassungslos berichtete ich meinem Mann davon und warnte euch in der Story. Es dauerte einen Tag, an dem ich überlegte ob ich diesen Text schreibe und ob ich der Firma noch einmal meine Meinung mitteile. Die Entscheidung wurde mir abgenommen, denn es befand sich erneut eine E-Mail in meinem Postfach in der relativ dringend gefragt wurde, ob ich denn nun Interesse hätte und eine Kooperation eingehen möchte.

Noch am gleichen Abend verschickte ich eine längere Antwort in der ich schilderte, warum ich von dieser Anfrage Abstand nehme.

Auch euch möchte ich beschreiben, was mir alles gar nicht gefallen hat.

1. es gab keine persönliche Ansprache, ich hatte nicht das Gefühl die Marke würde sich ernsthaft mit meinem Account und seinen Inhalten beschäftigt haben.

2. Es war anfangs nicht ersichtlich wer da mit mir arbeiten möchte, der Text war standardisiert und der Link hat nicht funktioniert. Nicht sonderlich ansprechend für mich als potentiellen Partner.

3. Es wurde gedrängelt und mir kaum Zeit gelassen mir meine eigenen Gedanken zu einer Kooperation zu machen.

4. Die kurze Zeit. Wie soll man eine vernünftige und für Nutzer interessante und ausführliche Review schreiben, bei einem so kleinen Zeitfenster? Gerade bei technischen Geräten interessiert es die Leute doch ob sie leicht zu handhaben sind, ob sie für Anfänger geeignet sind, wie die Verarbeitung ist usw.

Außerdem, bedeutet eine gründliche Review und passendes Bild und Filmmaterial Arbeit. Arbeit, die ich mir gerne mache und die mir Freude bereitet, allerdings nimmt auch diese Zeit in Anspruch und da dies nur ein Hobby ist, sehe ich nicht ein mich übermäßig zu hetzen und lieblos und möglichst schnell zu „produzieren“.

5. Die Frage nach einem Amazonaccount. Spätestens in diesem Moment wird es für mich echt kritisch. Wie wir inzwischen alle wissen, ist es auf Amazon verboten „gekaufte“ Reviews zu schreiben. Auch ich habe bereits auf Amazon Samples (ehrlich! ) reviewed. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich allerdings nicht, dass dies unzulässig ist und sehe seitdem davon ab.

Ich hatte das Gefühl, diese Firma möchte einfach schnell Werbung schalten und das auf möglichst vielen Kanälen. Die Qualität und Ehrlichkeit der Review hätte dabei im Hintergrund gestanden.

All diese Punkte habe ich in besagter E-Mail genannt und mich freundlich für die Anfrage bedankt und abgelehnt.

Eigentlich ging ich davon aus, die Sache sei damit gegessen…

Falsch gedacht! Innerhalb von drei Stunden erreichten mich zwei weitere Nachrichten. In der ersten wurde mir erklärt (Hier der Wortlaut): „Sie haben das falsch verstanden, wir wollen eine ausführliche und ehrliche Review. […] Andere Influencer schaffen das auch in einer Woche […] Sie können auch länger testen […] Ein Amazonaccount wäre einfach praktisch gewesen […] wir wollen gar nicht zwingend eine Topbewertung. […] Bitte um Rückmeldung zwecks Kooperation.

In der zweiten Nachricht, nur zwei Stunden nach der ersten, wurde ich erneut darum gebeten mich möglichst bald zu melden, damit man mir das Paket senden kann.

Versteht mich nicht falsch, ich freue mich immer über Kooperationen. Aber ich will mich nicht dazu gezwungen fühlen, etwas anzunehmen…
Ich habe ausführlich meinen Standpunkt dagelegt und freundlich abgelehnt, wieso wird das nicht akzeptiert?

Ist man als Influencer/Blogger/Whatever dazu „verpflichtet“ direkt zu springen, wenn eine Firma „hopp“ sagt? Ist das der Sinn von „Influencer Marketing“? Werbung auf den sozialen Netzwerken, super günstig, einfach Sample schicken und die Sache läuft von selbst?…

Klar, ich bin mir bewusst das wir alle permanent Werbung auf unseren Accounts machen, zwangsläufig. Doch nicht um des Promotens wegen, sondern unserer eigenen Community. Der Austausch mit Gleichgesinnten, Fachsimpeln, Ideen sammeln, gegenseitiges Inspirieren und eben auch Produkte kennen lernen und anderen zeigen…

Doch nun genug gemeckert, es gibt viele tolle Marken mit denen ich gerne zusammenarbeite und dies hoffentlich auch weiterhin tun kann.
Dafür bin ich dankbar und noch viel dankbarer bin ich den Leuten, die mir folgen und meinen Posts Vertrauen schenken. Danke, danke, danke!

Und zu guter letzt… Ein paar Kleinigkeiten.
Lasst euch nicht ausnehmen! Achtet darauf wie eine Firma euch anspricht, seit ihr auf Augenhöhe? Interessiert sie wirklich DEINE ARBEIT und nicht nur die Reichweite. Eine Kooperation sollte immer eine Win-win-Situation für alle Beteiligten sein und auch du solltest das Gefühl haben es passt zu dir und dem was du gerne tust.

Wie seht ihr das? Habt ihr auch schon Kooperationen abgelehnt, oder komische Erfahrungen gemacht?
Lasst mir gerne eure Gedanken und Erfahrungen da. 🙂

Autor: eri - lackislove

29 Jahre alt, Nagellackverliebt und im Sammelfieber.

4 Kommentare zu „Kooperationen ablehnen? Warum denn das?“

  1. Hallo Eri,
    ich habe schon öfter eine Kooperation angelehnt. Die letzte Anfrage kam von einer Firma für Bademoden 😳 Finde da mal den Fehler dachte ich mir. Ixh lackiere Nägel und hüpfe nicht im Bikini durchs Bild. Da bleib ich mir und meinen Followern authentisch und das schreibe ich dann auch in einer freundlichen Absage. In Deinem Fall hätte ich beim 1. drängeln schon nicht mehr geantwortet. Also alles richtig gemacht.
    Lieben Gruss
    Tatjana

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    1. Haha, jaaaa. 😂 Das kenne ich. 🤣Badmode ist ja echt nicht unser Business. 🤣 Bei mir waren es vor kurzem auch Balkonmöbel und irgendetwas für Kinder. 😊 Ähm, jaaaa.
      Danke für dein Feedback und hab‘ einen tollen Tag. 😊

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  2. Liebe Eri,
    ich bin kein Influencer und werde ganz sicher auch niemals eine Kooperation angeboten bekommen, dafür ist mein Account viel zu klein, aber ich folge dir und anderen Nagellack-Accounts sehr, sehr gerne. Einfach weil das ja doch noch irgendwie ein Nischenprodukt ist und für die „großen“ Influencer mit 100.000den von Followern wohl nicht ertragreich genug ist.
    Aber gerade deshalb sind doch Accounts wie deiner so interessant und hilfreich, hier wird nicht alles mögliche angepriesen, sondern ihr nehmt euch die Zeit, den Dingen in Ruhe auf den Grund zu gehen. Das finde ich großartig und möchte an dieser Stelle einmal ganz herzlich „vielen Dank“ sagen: für die ganze Arbeit, für den Einsatz, für die Zeit, für das ganze Herzblut und den Blick für Kleinigkeiten.
    Ich habe durch Accounts wie den Deinen in den letzten Jahren so viel interessantes und hilfreiches mitbekommen, ich würde sagen, das hat mein Leben wirklich bereichert, bzw. viel bunter und lustiger gemacht.
    Tut mir leid, dass ich zum Thema nichts beigetragen habe, aber das musste einfach mal raus (ich bin sicher, das kennst du 🤣)
    Alles Liebe,
    Anja

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    1. Oh wow, danke Anja für so viele liebe Worte. Das tut verdammt gut und bestätigt mich in dem was ich tue. 😃 Ich denke auch, als „Nischenaccount“ ist es wichtig sich treu zu bleiben. Sonst wird man schnell zu einem „Ich bewerbe alles um größer zu werden Account“, oder verliert die Freude daran. Vielen lieben Dank für das tolle Feedback. ❤️

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