Uv-Lack, die perfekte Alternative zu normalem Nagellack?

Heute werfen wir einen gemeinsamen Blick auf Uv-Lacke, was sind die Vorteile? Was gilt es zu beachten? Und für wen lohnt sich die Anschaffung von Lampe und Co.?

Inzwischen habe ich ein paar Hersteller ausprobiert und möchte meine Erfahrungen und Tips mit euch teilen. Vieles kennt ihr sicher schon, manches ist aber vielleicht auch für euch interessant.

Die Felicity – Collection von PinkGellac

Zuerst, wer überlegt eine langanhaltende Maniküre zu tragen, der ist von Grund auf mit dieser Lackform ganz gut beraten. Es gibt jedoch einige Kleinigkeiten, die es zu beachten gilt. Man findet im Netz viele Startersets, meist mit passender Uv-/LED-Lampe, ein paar Farblacken, Base- und Topcoat und „Kleinkram“ wie Feilen, Nägelöl, usw. Die Preisspanne geht bei circa 30€ los und steigert sich dann je nach Umfang und Hersteller in höhere Bereiche. Der Preis einzelner Lacke variiert stark zwischen den Herstellern, bereits für unter 5€ bekommt man sie in typischen „Asia-online-günstig-Shops“ für minimal mehr Geld gibt es schon Angebote im Sale bei Pinkgellac (finde die Marke sehr gut). Bei Amazonien kann man auch viele verschiedene Marken und Sets finden. Zum Beispiel von Meanail (finde die Produkte okay). Ebenfalls gute Erfahrungen habe ich mit Bluesky gemacht.

Dies hier ist ein Topper über einer schwarzen Base

Wenn wir also die Nägel mit Uv-Lack verschönern möchten, denken wir auf Anhieb vielleicht: „Das geht ganz schnell, einfach und hält ewig“. Jaaaa, auch ich dachte so und musste feststellen, wer es richtig machen möchte braucht, besonders bei den ersten Versuchen, etwas Geduld und auch(!) Zeit. 😉

Viele Firmen Werben mit einer Haltbarkeit von 2-3 Wochen. Das klingt toll, nur muss man auch bedenken, die Nägel wachsen weiter, das sieht man natürlich…

Wir funktioniert’s?

Als erstes werden die Hände natürlich gereinigt. Es sollte ab nun zu keiner Zeit Staub oder Fett an die Nägel gelangen. Um diese Haltbarkeit zu erreichen wird meistens das Anbuffern des Nagels empfohlen (Staub wieder entfernen, sonst schließt man ihn eventuell in die Schichten ein). Man raut also den natürlichen Nagel an, wer feststellt dass das für guten Halt nicht reicht wird meist auf Primer verwiesen. Besonders das Anbuffern sehe ich mit einer gewissen Skepsis an, es gilt wirklich vorsichtig zu arbeiten um den Naturnagel nicht zu sehr auszudünnen oder die umliegende Haut zu verletzen. Der Primer ist eine durchsichtige, fast wässrige Flüssigkeit, die meist an der Nagelspitze verwendet wird. Sie zieht schnell ein.

Weiter geht es mit einem Basecoat, diesen gibt es auch gerne in Kombination von 2in1 Produkten als Base- und Topcoat. Mit einem reinen Basecoat habe ich bisher bessere Erfahrungen gemacht, aber ich würde nicht pauschal sagen die 2in1-Tc’s seien schlecht. In meinem Fall hatte ich beim Multifunktionslack mit Bläschen und Liftings zu kämpfen. Vielleicht war das aber auch einfach ein Zufall.

Wir lackieren also unsere Base, achtet darauf nicht zu viel Lack am Pinsel zu haben, sonst kann er den Nagel während des Aushärtens herunter laufen, entweder in die Nagelränder, oder es gibt unschöne Beulen, die länger zum Härten brauchen und unschön aussehen. Die meisten Lampen brauchen dafür 1-2 Minuten.

Ganz klassisch. Basecoat, Farbe, Topcoat

Vorteil Uv-Lack, wir haben alle Zeit der Welt sauber zu arbeiten. Der Lack trocknet nicht an und lässt sich gut mit einem Rosenholzstäbchen entfernen, wenn doch mal Farbe an die Haut kommt. Nur bitte keine Wattepads-/Stäbchen benutzen. Die Fusseln bleiben hängen. Lieber Zelette, Clean-up-Pinsel, Rosenholzstäbchen etc. verwenden.

Clean-up-Pinsel, Rosenholzstäbchen und Zelette habe ich immer griffbereit

Nach dem ersten Härten sehen wir schon einen tollen Glanz auf den Nägeln, aber, bitte nicht anfassen! Es hat sich eine klebrige Schwitzschicht gebildet. Ohne diese zu entfernen greifen wir nun zum Farblack und lackieren eine erste dünne Schicht. Bei Uv-Lack gilt, lieber zu dünn, als zu dick. Die Schwitzschicht darf wieder bleiben.

Wieder geht es in die Lampe. Bei den meisten Lacken werden wird eine zweite Schicht benötigen, selten auch eine dritte, für das perfekte Ergebnis. Auch diese wird ausgehärtet, die Schwitzschicht bleibt.

Mein persönlicher Lieblings-Tc, bildet keine Schwitzschicht

Seit ihr mit dem Ergebnis zufrieden, geht es an die finale Schicht. Den Topcoat. Er schützt den Farblack und verleiht einen tollen Glanz. Bisher habe ich mit zwei Varianten des Tc’s Erfahrungen gesammelt. Die, die eine Schwitzschicht, wie unsere vorherigen Schichten bilden und Tc’s ohne diese Schicht. Bei ersteren Exemplaren muss man nach dem Aushärten, also wenn die Maniküre fertig ist die Schicht entfernen. Dafür gibt es verschiedene Mittelchen, die man auf eine Zelette gibt und sie damit abwischt. Meiner Erfahrung nach reicht ein acetonfreier NLE dafür absolut aus. Das ist günstiger und funktioniert genauso gut. Den Tipp das mit Babyöl zu machen kann ich eher nicht empfehlen, mir hat es den Glanz vom Tc abgenommen. Sah also nicht schön aus.

Zum Ende pflege ich gerne noch etwas. Das ist natürlich nicht zwingend nötig. Falls man direkt ein Foto machen möchte, bietet sich das zwar nicht unbedingt an, aber ihr wisst was ich meine. 😉

But… How to remove…?

Das leidige Thema… Wer hat davon noch nicht gehört, oder sich selbst mal ordentlich geärgert? Es liest sich so leicht: „Oberste Schicht anfeilen, Remover drauf (je nach Hersteller) 10-20 Minuten warten und schwubbs lässt sich alles abwischen“.

Remover gibt es von vielen Herstellern, den „ultimativen“ habe ich noch nicht gefunden

Im Ernst? Gerade bei Anfängern klappt das selten. Meint man es besonders gut mit dem Primer wird es schwer. Wartet man zu kurz, oder lange mit dem Remover tut sich auch nichts. Feilt man zu wenig hat man keine Chance… Auch ich saß mehrfach ewig an meinen Nägeln und habe Reste mühevoll abgefeilt und gebetet meine Nägel verzeihen mir… Hierfür ein Händchen zu entwickeln dauert ein paar Anläufe. Aus meiner Erfahrung sind dünne Schichten das A und O. Man darf gründlich anfeilen, alles was vorher schon weg ist, kann nicht schaden. (Vorsicht, den Naturnagel natürlich verschonen :D) Oft feile ich fast die komplette Farbe ab, dann hat der Remover weniger zu tun. = größere Erfolgschancen mit dem Remover.

Meine Lieblingsvariante ist aber…

einfach eine Peeloffbase zu benutzen. Das mit Abstand einfachste Entfernen der Welt bei Uv-Lacken. Wirklich! Gerade zum üben kann ich das Anfängern empfehlen. Hierbei muss nichts angebuffert werden, der Nagel hat kaum mehr Strapazen mitzumachen, als bei normalen Nagellack.

Mit dieser Peeloffbase komme ich (zumindest unter Uv-Lack) sehr gut zurecht

Allerdings hält so die Maniküre auch niemals länger als ein paar wenige Tage. Für mich persönlich ideal, da ich oft neu lackiere. Zwar geht der eigentlich Sinn der langanhaltenden Mani dabei verloren. In meinen Augen hat aber auch diese Verwendung der Lacke seine Vorteile. Uv-Lack ist ziemlich widerstandsfähig und verstärkt (auch in der Peeloffvariante) die Nägel. Sie sind dadurch dicker und „gut verpackt“. Außerdem lassen sich mit Uv-Lack kleinere „Nagelprobleme“ gut reparieren/ausgleichen/flicken, dazu wäre aber noch ein Extrapost nötig.

Auch interessant…

Es gibt eine weitere Lackvariante, die in meinen Augen wirklich spannend ist… Und zwar Hybridlacke, sie trocknen schneller als normaler Lack, lassen sich aber genauso entfernen und zaubern ein schönes Ergebnis. Ich verlinke euch hier den Post zu Hybridlack, schaut gerne mal vorbei. Vielleicht ist dies ja eine Alternative für euch. 🙂

Hybrid-Lacke gibt es z.B. von LCN

(M)ein Fazit

Aaaalso, ich persönlich finde Uv-Lack klasse! Man sollte sich allerdings darüber im klaren sein, dass es etwas Übung braucht. Wer bereit ist sich etwas „einzuarbeiten‘ und/oder auch so schon häufiger seine Nägel lackiert hat, wird daran sicher seine Freude haben. Wer eher zu den ungeduldigeren Kandidaten gehört, probiert es vielleicht ersteinmal mit dem Set einer Freundin. 😉 Als junge Frau mit 18 Jahren hätte ich wahrscheinlich alles durch die Gegend getreten, da es ja doch nicht „aaaach so leicht‘ wie in der Anleitung ist. 🙂 Alles in allem würde ich sagen:“Zum Ausprobieren reicht ein günstiges Set“. Wenn man sich wohlfühlt und Freude daran hat, kann man nach und nach dazu kaufen. Allerdings würde ich empfehlen sich bei der Auswahl nicht nur auf Amazonien umzusehen, sondern auch Marken direkt auf ihre Website zu besuchen. Der große A-Versand ist nämlich in der Hinsicht nicht immer am preiswertesten. Oder ihr fragt jemanden der schon ein wenig Erfahrung gesammelt hat. 🙂 Meiner Erfahrung nach gibt es in der ‚Uv-Lack-Szene‘ auf Instagram sehr viele hilfsbereite Mädels, die sich alles selbst beigebracht haben und ihr Wissen teilen. 🙂

Fragen? Fragen! ;D